Freiberufliche Krankenschwester / Krankenpfleger

Freiberuflich in der Pflege – So funktioniert’s!

Du hast Dich mit dieser Frage schon länger, eingehend beschäftigt? Dann wird es Zeit!

Die Sache ist ganz einfach wenn man weiß wie es geht und dieses Wissen will ich dir hier zur Verfügung stellen.

Ich wäre froh gewesen, als ich mich 1988 selbständig gemacht habe, wenn ich damals über halbwegs brauchbare Informationen verfügt hätte. Es gab keine Literatur und keine Weiterbildungs-Seminare. Es war die Zeit vor Handy und Internet. Damals blieb uns Pionieren nichts anderes übrig als einfach anzufangen und auszuprobieren.

Im Grunde gilt das heute auch noch!

Aber auf Deinem Weg Freiberufliche Krankenschwester / Krankenpfleger zu werden gibt es einige Stolpersteine!

Leg los!

 

Es geht auch ohne Berufserfahrung

Die meisten freiberuflichen Pflegefachkräfte, die ich kennen gelernt habe, waren in der Regel nach ihrem Examen mehrere Jahre in Krankenhäusern, Pflegediensten oder Pflegeheimen angestellt um Erfahrung zu sammeln.
Etwas Berufserfahrung von 1 – 2 Jahren ist deshalb von Vorteil, weil du dich sicherer fühlst bei deinem nächsten Karriereschritt fühlst.

Wenn du es dir persönlich zutraust, kannst du den Weg in die Selbstständigkeit auch gleich nach dem Examen einschlagen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass zunehmend mehr Pflegefachkräfte mit Mut und Entschlossenheit direkt nach der Ausbildung in die Freiberuflichkeit einsteigen.
„Training on the Job“ ist eine hervorragende Schule und keine noch so gute Ausbildung kann dir so viel aktuelles Wissen und Erfahrung vermitteln wie das praktische Leben.

 

Arbeitserlaubnis EU

Wenn du EU-Bürger bist und keinen Wohnsitz in Deutschland hast, benötigst du eine Arbeitserlaubnis für Deutschland. Um eine Arbeitserlaubnis zu bekommen, stellst du einen Antrag bei der Ausländerbehörde in der Stadt, in der du deinen ersten Auftrag annehmen möchtest. Da du als Selbständige(r) eine Arbeitserlaubnis nachfragst und dies auch noch in einem „Mangelberuf“, ist es in der Regel recht einfach eine Arbeitserlaubnis zu bekommen.
Rechne aber damit, dass du auf Mitarbeiter in den Behörden triffst, die nicht immer das notwendige Verständnis für deine Belange aufbringen und Behörden langsam arbeitet. Plane also entsprechend Zeit ein, bis du die Arbeitserlaubnis hast. Mit entsprechendem Nachdruck und nachtelefonieren kann man das Ganze auch „beschleunigen“.

 

Arbeitserlaubnis Nicht-EU

Kommst du aus einem sogenannten „Drittstaat“, also einem Staat der nicht Mitglied der Europäischen Gemeinschaft ist, musst du bereits in deinem Heimatland eine Arbeitserlaubnis auf dem deutschen Konsulat/Botschaft beantragen. Wenn du dich in Deutschland in der Krankenpflege, einem „Mangelberuf“ selbstständig machen willst, hast du gute Chancen als Selbständige/r Pflegeunternehmer/in in der Pflege zu arbeiten.

 

Berufserlaubnis

Neben der Arbeitserlaubnis ist in einigen Bundesländern auch die Berufserlaubnis (Erlaubnis zur Ausübung des Berufes) erforderlich.
In einigen Bundesländern ist die Zulassung beim Gesundheitsamt nötig. Bitte erkundige dich beim für dich zuständigen Gesundheitsamt in deiner Stadt. dort sagt man dir auch, welche Nachweise du erbringen musst.

In Baden -Württemberg reicht beispielsweise die Berufsurkunde mit Übersetzung aus. Der Nachweis einer berufliche Mindesterfahrung muss in anderen Bundesländern evtl. nachgewiesen werden. In den Bundesländern, in denen es bereits Pflegekammern gibt, kann die Erlaubnis zur Ausübung einer selbstständigen Tätigkeit evtl. von dort erteilt werden, das solltest du prüfen.

 

Berufserlaubnis EU

Wenn du aus einem EU-Staat kommst, benötigst du eine Anerkennung deiner Ausbildung, wenn diese vor dem Beitritt deines Heimatlandes zur EU stattgefunden hat. In jedem Fall benötigst du eine Übersetzung deiner Berufsurkunde, Diplom oder Zertifikat von einem zugelassenen Übersetzer.

 

Berufserlaubnis Nicht-EU

Wenn du aus einem „Drittstaat“ kommst, einem Land, das nicht Mitglied der EU ist, musst du bereits dort auf dem deutschen Konsulat/Botschaft in deinem Heimatland die berufliche Anerkennung als Pflegefachkraft in Deutschland beantragen.
Gut möglich, dass du zunächst noch eine Anerkennung benötigst. Diese kannst du in Deutschland an fast jedem Krankenhaus absolvieren. Rufe in einem Krankenhaus das dir zusagt an und erkundige dich, wann die nächsten Anerkennungskurse beginnen.

 

Finanzamt

Du brauchst eine Steuernummer. Melde dich beim Finanzamt in deiner Stadt an und lass dir eine Steuernummer geben. Beides funktioniert auch online.
Das kannst du auch über einen Steuerberater machen lassen, dann hast du gleich jemanden der dir deine jährliche Steuererklärung macht und dir bei den deutschen Steuergesetzen hilft und zudem noch Tipps und Hinweise gibt wie du als Selbständige/r viele Steuern sparen kannst.

Siehe auch: Steuerberater

 

Betriebshaftpflicht

Schließe eine Betriebshaftpflichtversicherung für Freiberufler ab. Diese bekommst du entweder bei einem Versicherungsmakler oder über die Berufsverbände oder über eine Mitgliedschaft beim DBfK – Deutscher Berufsverband für Krankenpflege.

Siehe auch: Deutscher Berufsverband für Krankenpflege DBfK

 

Führungszeugnis

Beantrage in deiner Stadt ein polizeiliches Führungszeugnis, auch wenn du nicht in Deutschland wohnst.
Das brauchst du, wenn du für einen Auftraggeber tätig wirst und wenn du dir Aufträge über eine Agentur beschaffen möchtest. Bitte achte darauf, dass es nie älter als 6 Monate ist, jünger ist besser.

Weitere Infos findest du hier:

 

B2-Zertifikat

Bist du EU-Bürger und kommst aus einem anderen EU-Staat, benötigst du als Sprachnachweis ein B2-Zertifikat.
Das ist ein Nachweis dafür dass du genug Deutschkenntnisse hast um im Pflegeberuf zu arbeiten. Es wird dir von
zugelassenen Sprachschulen nach einer entsprechenden Deutschprüfung ausgestellt.
Wenn du aus einem sogenannten „Drittland“ kommst, also kein EU-Bürger bist, benötigst du ebenso ein B2-Zertifikat.

 

Lebenslauf

Du hast bestimmt bereits einen tabellarischen Lebenslauf angelegt. Aktualisiere diesen und halte ihn immer auf dem aktuellen Stand. Du brauchst ihn für die Auftragsbeschaffung über eine Vermittlungsagentur.

 

Qualifikationsnachweise

Für bestimmte Aufträge benötigst du Fortbildungsnachweise. Stell diese zusammen und halte sie während deines Berufslebens immer auf dem aktuellen Stand.

 

Leistungsnachweise

Lass dir von deinen Auftraggebern für deine Tätigkeit einen Leistungsnachweis/Beurteilung/Zufriedenheitsnachweis ausstellen. Dieser ist analog zum Arbeitszeugnis im Angestelltenverhältnis.

 

Nebenberuflicher Einstieg

Worüber du Dir jetzt Gedanken machen sollten ist, ob du den Einstieg in die Freiberuflichkeit zunächst nebenberuflich machen willst, beispielsweise dann, wenn du noch in einem Arbeitsverhältnis bist und an deinen freien Tagen noch etwas dazu verdienen möchtest.
Ich kenne einige Freiberufler, die Ihre Karriere auf diesem Weg begonnen haben. Es eröffnet dir die Möglichkeit zu testen wie es sich für dich anfühlt und ob es zu deinen Lebensumständen, deinem Lifestyle passt. Zusätzlich kannst du testen, in welchem beruflichen Tätigkeitsfeld du dich am wohlsten fühlst, welche Form der Freiberuflichkeit in der Pflege dir zusagt.

Siehe auch: Deine Tätigkeitsfelder

 

Hauptberuflicher Einstieg

Auch dies steht dir offen. Der direkte Einstieg in die Freiberuflichkeit setzt etwas Planung voraus ebenso ein gewisses Kapitalpolster.

Du musst dir evtl. noch einige dinge wie Berufskleidung anschaffen, oder hast Kosten für die Anreise und Unterkunft hast um die du dich in der Regel selbst kümmern mußt.

Ein weiterer Grund für ein Kapitalpolster ist der zeitversetzte Geldeingang für deine Leistungen.

Erst wenn du deinen Auftrag erledigt hast, kannst du deine Rechnung stellen. Unter Vollkaufleuten, und dazu zählst du als Selbstständiger, gilt eine Zahlungsfrist von 14 Tagen. Wenn alles gut läuft, hast du am 15. oder 16. dein Geld auf dem Konto, sind Wochenenden oder Feiertage dazwischen, entsprechend später.

Leider gibt es auch den einen oder anderen Auftraggeber, der nicht pünktlich für eine bereits erbrachte Leistung zahlt. Auch darauf mußt du dich einstellen.

Viele Vermittlungsagenturen bieten einen Abrechnungsservice und rechnen am Ende einer Woche mit dem Auftraggeber ab. Dies hat den Vorteil, dass du einen kontinuierlichen Geldfluss generierst.

Siehe auch: Dein KnowHow – Deine Verdienstmöglichkeiten

Entscheide dich jetzt!

ich helfe dir auf dem Weg in die Freiberuflichkeit, wo du endlich Pflegeprofessional sein kannst,
ich helfe dir den Weg dorthin zu finden…

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Dein Tobias Brütsch

Über den Autor

Tobias Brütsch

Krankenpfleger, Unternehmensgründer, Berufspolitik und Verbandsarbeit, Geschäftsführer, MBA in Gesundheitswirtschaft, Freiberufler und Blogger

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